Es war einmal ein kleines Häuschen im Wald. Dort lebte das Mädchen Johanna mit seinen Eltern. Obwohl die Familie kaum etwas besaß, waren alle drei einfach glücklich, dass sie einander hatten.
Jeden Freitag machten sich Vater und Mutter gemeinsam auf den Weg zum Markt. Und weil der Weg zu Fuß so weit war, kamen sie meist erst am nächsten Tag zurück.
Johanna blieb immer zu Hause, passte aufs Haus auf und lud Freunde zu sich ein.
Gerade hatten die Eltern das Haus verlassen, da standen auch schon ihre Freunde Jule und Bernd vor der Tür. Zusammen spielten sie den ganzen Tag im Garten und kamen erst wieder ins Haus, als es dunkel wurde. Da fiel es Johanna wieder ein: Sie sollte doch die Buttermilch in den kühlen Keller bringen und nun stand das Gefäß schon den ganzen Tag neben dem warmen Ofen. Vielleicht würde es jetzt noch reichen, den Krug in den Keller zu tragen?
Doch als sie in den Krug sah, war dort keine cremige Buttermilch, sondern eine dicke Brühe mit vielen Klümpchen. "Oh nein", seufzte sie, "Mama und Papa werden sicherlich schimpfen, weil ich nicht aufgepasst habe." Aber Jule hatte eine Idee: "Ich weiß was, wir schütten die Brühe in ein Tuch und filtern die Buttermilch. Dann sind keine Klümpchen mehr drin und deine Eltern merken vielleicht gar nicht, was passiert ist." Gesagt, getan, die drei Kinder holten ein sauberes Geschirrtuch und füllten die klumpige Buttermilch hinein. Sie banden das Tuch an allen vier Enden zusammen, hängten es an die Wäscheleine und stellten eine Schüssel darunter. So hofften sie am nächsten Morgen Buttermilch in der Schüssel zu finden.
Als Bernd gleich morgens nachsah, stellte er enttäuscht fest: " In der Schüssel ist viel zu wenig drin und ganz wässrig ist es auch." Da hatte Jule wieder eine Idee: "Dann machen wir eben das trockene Zeug im Tuch wieder flüssig. Wir müssen nur etwas Wasser dazutun oder noch besser die Milch, die ich mitgebracht habe." Obwohl Johanna von der Idee nicht überzeugt war, rührten Bernd und Jule in einer Schüssel Jules Milch in die trockene Masse und hofften wieder Buttermilch zu bekommen. Und als das kleine Milchkännchen leer war, standen sie vor einer cremigen weißen Masse. Zögernd steckte Johanna ihren Zeigefinger in die Schüssel und leckte ihn vorsichtig wieder ab. "Hmmm, schmeckt gut, aber es ist keine Buttermilch." Trotzdem trug sie die Schüssel in den kühlen Keller und hoffte, dass alles gut werden würde.
Als Vater und Mutter vom Markt zurückkamen, beichtete sie ihnen gleich alles. Der Vater sagte: "Wir sind dir nicht böse, ihr habt schließlich alles getan, um die Buttermilch zu retten. Aber das nächste Mal pass bitte besser auf." Die Mutter ging in den Keller und probierte sogleich aus der Schüssel. Begeistert rief sie: "Hmmm, das ist lecker! Das schmeckt bestimmt prima mit den Erdbeeren aus unserem Garten." Die weiße, sahnige Creme mit den süßen Erdbeeren war so gut, dass sie noch ganz viel davon machten und auf dem Markt verkauften. Heute ist die weiße, sahnige Creme unter dem Namen Quark in aller Munde.